Szechuanpfeffer, nur die Fruchtschalen werden gegessen

Szechuanpfeffer – fruchtig frische Schärfe

Szechuanpfeffer wird manchmal auch Sichuan-, Sechuan- oder Szetschuanpfeffer genannt. Diesen Namen hat er bekommen, weil er häufig in der chinesischen Provinz Sichuan wächst und dort heimisch ist. Wegen seinem einzigartigen Geschmack wird auch oft als Zitronen-, Blüten- oder Blumenpfeffer bezeichnet.

Eigentlich ist Szechuanpfeffer gar nicht mit dem schwarzen Pfeffer verwandt, sondern mit den Zitruspflanzen.

Wußtest du, dass man ihn auch in Deutschland anpflanzen kann? Die winterharte Pflanze ist recht anspruchslos und kann 2-4 Meter hoch werden – kann allerdings fiese Dornen haben. Du könntest frischen Szechuanpfeffer also auch in deinem Garten ernten oder die attraktive Pflanze im Kübel auf die Terrasse stellen.

Meistens verwendet man vor allem die getrockneten Fruchtschalen der rötlich-braunen Beeren. Doch auch die Blätter der Pflanze haben einen ähnlichen Geschmack wie die Beeren. Man kann die jungen, zarten Blätter, z.B. wie Lorbeerblätter, in Soßen, Gemüse oder Suppen mitkochen.

Jetzt aber zum einzigartigen Aroma des Szechuanpfeffers. Er schmeckt sowohl warm und holzig, als auch fruchtig-frisch. Seine charakteristische zitronige Schärfe macht ihn zu einem beliebten Gewürz der asiatischen Küche.

So findet man ihn in vielen Rezepten: vom berühmten Fünf-Gewürze-Pulver, über chinesische Nudelgerichte, Suppen, bis zum indonesichen Nasi Goreng. Für die vegane Küche kannst du Szechuanpfeffer zum Würzen von Tofu, Tempeh oder Gemüse nehmen.

Wie so häufig in Asien, ist auch dieses Gewürz ein Naturheilmittel der vietnamesischen traditionellen Medizin. Szechuanpfeffer gilt als appetitanregend, verdauungsfördernd, antibakteriell und pilzhemmend.

Mắc Khén, der vietnamesische Bruder des Szechuanpfeffers

Auch in den Bergen Nordvietnams wächst viel Szechuanpfeffer, der heißt auf vietnamesisch: Mắc Khén – besser gesagt: das ist ein Wort der Sprache von den Bergvölkern. Dieses Gewürz ist eine besondere Spezialität aus dieser Gegend. Früher kannten nur die Leute, die in den Bergen leben, diesen Pfeffer.

In den Bergen gibt es keinen normalen Pfeffer, wie im Tiefland. Dort wächst nur wilder Szechuanpfeffer, deswegen benutzten sie ihn für fast alle Gerichte. In den Küchen der ethnischen Minderheiten im Nordwesten Vietnams ist Mắc Khén Pfeffer wie ein Grundnahrungsmittel. Er wird in Marinaden verwendet, für Dip-Saucen und eingelegtes oder getrocknetes Fleisch. 

Später, seit es eine bessere Verkehrsanbindung in die nordvietnamesischen Berge gibt, konnte man den Mắc Khén Pfeffer aus den Bergen leichter ins Tiefland transportieren. Seither wurde dieser einzigartige Pfeffer immer beliebter und mittlerweile bekommt man diese Sorte von Szechuanpfeffer überall in Vietnam – trotzdem ist er natürlich am meisten im Norden geschätzt. 

Mit dem vietnamesischen Szechuanpfeffer, dem Mắc Khén Pfeffer, wird ein berühmter Dip gewürzt. Bei den Bergvölkern in Sapa, Mộc Châu, Nord- und Nordwestvietnam wachsen viele besondere Pflanzen und Gewürze wild im Wald. Natürlich sind diese Gewürze typisch für die nordwestvietnamesische Küche.

Am bekanntesten ist die Dip-Sauce Chẩm Chéo, auch dieses Wort ist ein Wort aus der Sprache der Minderheiten in Nordwestvietnam. Den berühmten Chẩm Chéo Dip mit seiner Schärfe des Szechuanpfeffers, kann man zu verschiedenen Gerichten essen, für Fleisch, Fisch oder Gemüse.

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